Antrag: Einrichtung eines selbstlernenden Know-How-Netzwerkes für den Kreis Mettmann –

zur Behandlung im Ausschuss für Informationstechnik und digitale Verwaltungam 16.11.2015

Sehr geehrter Herr Landrat Hendele,

wir bitten die Verwaltung des Kreises Mettmann, die Möglichkeiten zur Einrichtung einesselbstlernenden „Know-How-Netzwerkes“ für den Kreis Mettmann zu prüfen.

Begründung: Der Kreis Mettmann hat mit der Einrichtung der Rufnummer 115 schon einen ersten Schritt getan, die Service-Qualität der Verwaltung für die Bürger zu verbessern. Als sinnvolle und langfristig kostengünstige Ergänzung bietet sich die Einrichtung eines selbstlernenden „Know-How-Netzwerkes“ an, das über das Internet abgerufen werden kann. Dies würde gleichzeitig die Arbeit der Verwaltung optimieren und transparenter gestalten. Die meisten Menschen kennen die Wissensdatenbank Wikipedia. In Wikipedia werden Informationen eingestellt und können über das Internet abgerufen werden.Selbstlernende „Know-How-Netzwerke“ sind eine Weiterentwicklung dieses Prinzips. Im Gegensatz zu Wikipedia werden hier nicht Artikel zu bestimmten Themen gesammelt und miteinander verbunden, sondern Fragen und deren Antworten. Mittels Prinzipien der künstlichen Intelligenz analysiert ein Algorithmus Inhalt und Aktivität und leitet Fragen automatisch an Experten weiter. Die Fragesteller bleiben dabei anonym. Je mehr Aktivitäten im Netzwerk stattfinden, desto größer wird die Wissensdatenbank und desto exakter funktioniert die Weiterleitung an die Experten. Im Laufe der Zeit erhält man so eine umfangreiche Wissenssammlung, die vor allem durch effizientere Informationsverarbeitung Einsparungen ermöglicht.

Aufbau eines selbstlernenden „Know-How-Netzwerkes“:

Für den Betrieb muss lediglich eine Serverplattform mit der entsprechenden Software bereitgestellt werden. Es gibt mehrere Anbieter von „Know-How Netzwerken“. Am bekanntesten ist die Software der Firma Starmind International. Es empfiehlt sich, die Software vorerst vorübergehend verwaltungsintern einzusetzen, um Erfahrungen in der Handhabung zu sammeln. Während der Startphase benötigt ein selbstlernendes „Know-How-Netzwerk“ Starthilfe.Zum einen sollte die Plattform gut beworben werden, zum anderen sollten Mitarbeiter bereitstehen, um Fragen in der Plattform zu beantworten.

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten zur Einrichtung und zum Betrieb einesselbstlernenden „Know-How-Netzwerkes“ zu prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Gruppe Piraten im Kreistag

Beratungsergebnis zu Vorlage Nr. 16/001/2016

Ausschuss für Informationstechnik und digitale Verwaltung am 01.02.2016

Zu Punkt 5: Antrag der Gruppe „PIRATEN im Kreistag“: Einrichtung eines selbstlernenden Know-How-Netzwerkes für den Kreis Mettmann

Herr KA Küppers stellt den Antrag der Gruppe „Die PIRATEN“ vor. Er weist darauf hin, dass ein selbstlernendes „Know-How-Netzwerk“ nur bei Inbetriebnahme Aufwand verursachen würde, dieser allerdings mit fortgeschrittener Laufzeit deutlich geringer ausfiele. Herr SB Küchler kritisiert die hohen Anschaffungs- und ggf. Betriebskosten, die bei fraglicher Auslastung unwirtschaftlich erscheinen würden. Auf Nachfrage der CDU-und SPD-Fraktionen gibt Herr Waldhoff zu bedenken, dass das Themenfeld Wissensmanagement bereits im E-Government-Masterplan enthalten sei. Herr Waldhoff sieht hierbei allerdings beispielsweise die Digitalisierung von Akten und die damit verbundene Vermeidung von Medienbrüchen als vorrangig an. Es sei außerdem fraglich, ob der durch den Prüfauftrag entstehende, zusätzliche Aufwand die Personalressourcen überlaste. Die 1:1-Adaption von Konzepten aus der Wirtschaft auf Verwaltung sei zudem u.a. aufgrund der größeren Aufgabenvielfalt problematisch. Die Kreisverwaltung bearbeite rd. 1.300 unterschiedliche fachliche Aufgabenstellungen. Herr KA Müller erklärt, dass seine Fraktion aufgrund zahlreicher Unwägbarkeiten in Bezug auf die Umsetzung und einer fehlenden Kostenaufstellung einem Prüfauftrag nicht zustimmen könne. Herr KD Richter betont, dass man weder den Ämtern 10 und 16 noch der Ausschuss Innovationsfeindlichkeit nachsagen könne. Er sehe für diesen Vorschlag allerdings keinen Bedarf für Bürger oder Verwaltung, da viele Risiken, offene Fragen und Unsicherheiten beständen. Herr KD Richter weist in diesem Zusammenhang auf das gescheiterte Projekt Kreis-Wiki hin. Innerhalb der Kreisverwaltung werde bereits darauf hingewirkt, Wissen unabhängig von einzelnen Beschäftigten zugänglich zu machen. Herr Müller ergänzt, dass die Verwaltung sich dem Themenbereich „Wissensmanagement“ bereits angenommen habe und Werkzeuge für die Behördenrufnummer 115 (extern) und den Einsatz von MS-Sharepoint (intern) im Einsatz habe. Jedes weitere Verfahren würde daher zusätzlichen Aufwand bedeuten. Außerdem werde durch den 115-Verbund zurzeit die Eröffnung mehrere Zugänge zur umfassenden 115-Datenbank für die Bevölkerung geprüft. Sollte diese erfolgen, könnte sie den Nutzen des angedachten Know-How-Netzwerks auf andere Weise voll erfüllen. Herr KA Küppers bestätigt, dass der zusätzliche Nutzen das Know-How-Netzwerk gering sein könnte, wenn die für die Behördenrufnummer 115 erhobenen Daten der Bevölkerung zugänglich gemacht würden. Daher zieht Herr KA Küppers den Antrag der Gruppe „Die PIRATEN“ zurück

Abstimmungsergebnis: zurückgestellt