Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus am 21. März 2019

Sehr geehrter Herr Landrat Hendele,

für den Kreis und seine kreisangehörigen Städte als Wirtschaftsstandort entscheidet der Breitbandausbau bzw. Glasfaserausbau in Zukunft über Erfolg oder Misserfolg, über Ansiedlung oder Abwanderung von Unternehmen, aber auch in privaten Haushalten ist die Verfügbarkeit von schnellem Internet immer wichtiger.

KA Thomas Küppers hat deshalb versucht zu recherchieren, wie der derzeitige Stand in den Städten ist, was nur bedingt möglich war. Die Recherche-Ergebnisse sind beigefügt. Allerdings stellen nur wenige Städte und Unternehmen transparent den Ausbaustatus im Internet dar oder antworten gar auf Anfragen.

Da wir es für den Kreis als Wirtschaftsstandort für wichtig einstufen genauere Informationen zum derzeitigen Stand des Ausbaus vorliegen zu haben, bitten wir Sie folgende Fragen im kommenden Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus zu beantworten:

  1. Wie viele Bürger und Haushalte sind via FTTH oder FTTB an ein Glasfasernetzwerk angeschlossen? Wie viele davon mit einem FTTC Anschluss?

  2. Wie viele FTTH oder FTTB Anschlüsse sind für wie viele Bürger in welcher Stadt in Planung und bis wann?

Mit freundlichen Grüßen

Gruppe Piraten

Thomas Küppers              Anlage: Rechercheergebnisse und Erläuterungen zu den Anschlussmöglichkeiten.

Erläuterung zu den Breitband-/Glasfaserausbaumöglichkeiten:

Telefon und Internet wurden viele Jahre über zwei einfache Kupferkabel übertragen. Allerdings nähert sich diese Technologie dem leistungsbedingtem Ende. Die Datenströme der Zukunft werden über Glasfaser übertragen. Dabei gilt es zwischen verschiedenen Methoden des Ausbaus zu unterscheiden:

Das Glasfaserkabel kann lediglich bis zum Verteilerkasten (FTTC) gelegt werden und die Daten müssen über Kupferleitungen via Vectoring-Technologie weitergegeben werden. Diese Methode ist z.B. in Wülfrath, Heiligenhaus und Haan angewendet worden.

Es ist besser, wenn die digitalen Datenströme via Glasfaser direkt in das Haus (FTTB) oder sogar bis in die Wohnung (FTTH) gelegt werden. Monheim, Ratingen und Velbert haben oder werden so den Bürger schneller Internet zur Verfügung stellen. Die Technologie kann weiter ausgebaut werden. Sollten die letzten Meter allerdings via Kupferkabel verlegt worden sein, dann ist zu befürchten, dass in naher Zukunft erneut die Straßen aufgerissen und neue Kabel verlegt werden müssen. Dies ist kostenintensiv und wird die Bürger nicht erfreuen.

Bisherige Recherchen zum Ausbaustand:

Erkrath: Eine Anfrage per Email ist an die Stadtwerke versendet, aber noch nicht beantwortet. Laut Zeitungsberichten wurde in Unterfeldhaus bereits Glasfaser verlegt, aktuell befindet sich Hochdahl im Ausbau und bis 2022 soll die gesamte Stadt mit Glasfaser ausgestattet sein.

Haan: Glasfaser ist lediglich für das Gewerbegebiet in Planung. Die Einwohner werden via FTTC von der Telekom versorgt. Eine detaillierte Karte lässt sich auf der Telekom-Seite abrufen.

Heiligenhaus: Bis dato gibt es keine Planungen für FTTH / FTTB. Die Bürger werden mit FTTC von Netcologne versorgt. Eine detailierte Karte lässt sich nicht abrufen.

Hilden: Die Stadtwerke / Hilden Media haben sich auf 4 Gebiete fokussiert, primär Gewerbegebiete. Die Karte ist im Netz verfügbar.

Langenfeld: Der Ausbau erfolgt durch die Stadtwerke Langenfeld / LFeld. Nur die Neubaugebiete verfügen über FTTH oder FTTB Glasfaser. Die Stadtwerke bieten ansonsten FTTC an. Eine detaillierte Karte lässt sich nicht abrufen.

Mettmann: Die Ortsmitte ist zu einem großen Teil mit Glasfaser von der Telekom ausgestattet, da Mettmann 2011 in einer Werbeoffensive zu den „10 Giga-Städten“ gehörte. Der Rest der Stadt inkl. Gewerbegebiete ist größtenteils auf der Strecke geblieben. Es ist keine weitere Planung zum Ausbau erkennbar. Die Versorgung im Stadtgebiet ist unzuverlässig, da keine verfügbaren Kapazitäten in Verteilerschänken vorhanden sind.

Monheim: Der Ausbau ist vollständig abgeschlossen

Ratingen: Der Großteil der Innenstadt ist an Glasfaser angeschlossen. Der flächendeckende Ausbau ist bis 2020 geplant via KomMITT Ratingen / Rapeedo. Die Karten sind auf der Homepage der Stadt verfügbar.

Velbert: Für ca. 20% der Bewohner ist Glasfaser in Planung (Tönisheide / Neviges / Röbbeck). Die Karten sind auf der Homepage der Stadt verfügbar. Angeblich sollen Internetprovider ausgestiegen sein. Bürger in anderen Stadtteilen werden via FTTC von Telekom und Netcologne versorgt.

Wülfrath: Die Stadt ist nicht mit Glasfaser erschlossen. Es sind keine Planungen für Glasfaser bislang erfolgt. Die Versorgung erfolgt über FTTC von der Telekom und Netcologne. Eine detaillierte Karte lässt sich auf der Telekom-Seite abrufen. Netcologne bietet keine detaillierte Karte an.